Heinrich-Haus, Neuwied

Stolz präsentieren alle Beteiligten das Malbuch, das die KWN in enger Abstimmung mit dem Kunden geplant und realisiert hat

Persönliches Potenzial als Chance im Arbeitsmarkt

Menschen mit Behinderung in den Unternehmensalltag zu integrieren, ist nicht immer einfach. „Aber der Aufwand lohnt sich, denn im richtigen Arbeitsumfeld sind Menschen mit Behinderung durchaus leistungsstark und können manch eine Aufgabe wie kaum ein anderer erledigen“, erklärt Axel Braunschädel, Standortleiter der KWN Heinrich Haus gGmbH in Neuwied. Die KWN kennt die Herausforderungen und freut sich umso mehr über mehrere solch erfolgreicher Projekte in den vergangenen Wochen. Unter anderem konnte ein Malbuch von den Zeichnungen über die Gestaltung bis hin zur Produktion komplett inhouse realisiert werden.

 

Menschen mit Behinderung haben mit 13,4 Prozent eine mehr als doppelt so hohe Arbeitslosenquote wie die des allgemeinen Arbeitsmarkts. Das zeigt das vierte „Inklusionsbarometer Arbeit“ von Aktion Mensch zusammen mit dem Handelsblatt Research Institut. Aber selbst im Job würden sie oft nicht ihren Qualifikationen gemäß eingesetzt, so die Einschätzung der behinderten Arbeitnehmer. „Es kann Jahre dauern, herauszufinden, wo die Stärken dieser Mitarbeiter liegen, da sie diese meist selbst nicht kennen. Aber der Aufwand lohnt sich, denn im richtigen Arbeitsumfeld sind Menschen mit Behinderungdurchaus leistungsstark und können manch eine Aufgabe wie kaum ein anderer erledigen“, erklärt Axel Braunschädel, Standortleiter der KWN Neuwied. Rund 150 Werkstattmitarbeiter und 50 Auszubildende mit Handicap arbeiten hier. Geschultes Personal sorgt in der KWN und den anderen Standorten des Heinrich-Hauses dafür, dass die Mitarbeiter sich entwickeln können und die Chance erhalten, ihre Fähigkeiten gezielt zu nutzen. Hierfür bietet die KWN ein sehr breites Spektrum an Möglichkeiten, vom riesigen Metallbereich über Elektro- und Industriemontage, Aktenvernichtung und einen Hauswirtschaftsbereich bis hin zu Druck & Grafik. Dabei ist die KWN ein industrieller Standort, der Aufträge für gewerbliche Endkunden erledigt und bei dem die Produktion im Vordergrund steht. „Unsere Kunden erwarten, wie bei allen anderen Lieferanten und Dienstleistern, hohe Qualität und Zuverlässigkeit zu einem wettbewerbsfähigen Preis“, weiß Braunschädel.

 

Die KWN ist stolz auf diverse Partnerschaften mit anderen Druckereien und Werbeagenturen, bei denen jeder seine Stärken nutzen kann. „Obwohl wir hier große Kapazitäten haben und komplexe Aufträge abwickeln können, kennen wir unsere Grenzen und haben schon manchen Auftrag weitergereicht. Dafür bekommen wir aber auch Aufträge zurück: vor allem wenn es um Konfektionierung geht“, sagt Pascal Berger, Gruppenleiter Grafik & Druck bei der KWN. Als verlängerte Werkbank ziehen die Mitarbeiter dann Teddys beispielsweise Werbe-T-Shirts an, verleihen Karten einen individuellen Touch oder packen Umschläge nach Kundenvorgabe. „Solche individuellen Leistungen sind sehr begehrt. So haben wir kürzlich 30.000 Päckchen mit einer bestimmten Auswahl an Prospekten, persönlichem Anschreiben, kombiniert mit einem kleinen Präsent und der richtigen Adresse konfektioniert. Und das binnen zwei Wochen“, freut sich Berger.

 

Um die Menschen mit Behinderung zu fördern, werden sie intensiv betreut. Dabei arbeiten alle Bereiche des Heinrich-Hauses Hand in Hand, denn so breitgefächert wie die Bedürfnisse der Bewohner, Schüler, Azubis und Beschäftigten sind auch die Möglichkeiten, die das Heinrich-Haus in den Bereichen Bildung und Arbeit, Gesundheit, Wohnen und Freizeit bietet. Die Mitarbeiter engagieren sich für die nachhaltige gesellschaftliche Integration der Menschen durch zielgerichtete Maßnahmen der ganzheitlichen Rehabilitation. Besonders wichtig sind aber Gespräche, die aktive Begleitung und die Möglichkeit sich auszuprobieren.

 

Dabei ergeben sich manchmal ungeahnte Perspektiven. Björn Seifert beispielsweise ist Autist und seit 2005 Beschäftigter in der KWN, wo er im Bereich „Grafik & Druck“ unter anderem Visitenkarten, Plakate und Flyer gestaltet. Der 36-Jährige weiß viel über ägyptische Geschichte, kann sogar Hieroglyphen lesen und diese auch selbst schreiben. Außerdem sammelt er Orchideen, die er originalgetreu zeichnet. Dieses Maltalent konnte er jetzt nutzen, um im Auftrag des christlichen Buchversands LOGO in Bendorf ein Malbuch zu realisieren. Seine Aufgabe war es, nach Vorgaben des Kunden den Psalm 23 zu visualisieren. Er malte die Zeichnungen, übertrug sie in den Computer und gestaltete das gesamte Heft. Anschließend übernahm die KWN Druck, Falz, Heftung und das Einschweißen in Zehnerpacks. „So ein Projekt ist ein großer Erfolg für uns, da ein Mitarbeiter seine Stärke voll ausleben kann und wir intern alle notwendigen Prozesse erledigen können. Wir hoffen nach dem Verkaufsstart im Januar auf große Nachfrage“, sagt Berger. Das dieser Wunsch nicht abwegig ist, zeigt die Erfahrung: Schon einmal durften die KWN und Björn Seifert so ein Projekt realisieren. Damals entstand im Auftrag des Umzugsunternehmens Froesch ein Malbuch, bei dem das Abenteuer Umzug kindgerecht aufbereitet wurde. Dieses Malbuch wurde mittlerweile mehrfach nachgedruckt und erschien zusätzlich sogar in englischer Sprache.

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