Heinrich-Haus, Neuwied

Rückblick Jahrespraktikum

Jahrespraktikum in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung in St. Katharinen

Für ihr Fachabitur im Sozialbereich absolvierte die 17-jährige Schülerin ein Jahrespraktikum in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung in St. Katharinen. Rückblickend betrachtet sie ihre Zeit im Heinrich-Haus und berichtet von ihren Erlebnissen.

 

"Ich kann mich noch gut an meinen ersten Tag in der Werkstatt in St. Katharinen erinnern. Natürlich wusste ich nicht genau, was auf mich zukommt und wie das Jahr wird.

 

Am Anfang ist es mir schwergefallen, auf die Menschen mit einer Behinderung zuzugehen, weil ich nicht wusste, wie ich mit ihnen umgehen oder reden sollte. Allerdings habe ich bereits nach kurzer Zeit gemerkt, dass man mit den Beschäftigten nicht anders als mit Menschen ohne Behinderung umgehen sollte. Für die Menschen ist es wichtig, das Gefühl zu bekommen, dass sie trotz ihrer Behinderung ein relativ normales Leben führen können. Besonders schön finde ich, wie herzlich ich hier aufgenommen wurde.

 

Auch als ich das erste Mal mit in der Pflege, also auf der Toilettenbegleitung war, war es natürlich eine ungewohnte und neue Situation für mich. Aber auch das hat sich nach kurzer Zeit alles eingespielt und es ist selbstverständlich für mich, die Beschäftigten, die nicht selbstständig auf Toilette gehen können, zu begleiten. Ein weiterer Vorteil ist, dass ich auch in viele andere Berufe einen Einblick bekommen habe. In der Physiotherapie habe ich zum Beispiel gelernt, was ich tun muss, wenn das Bein eines Beschäftigten, der im Rollstuhl sitzt, zuckt. Ich finde es teilweise immer noch bewundernswert, wie viel Lebensfreude die Beschäftigten haben, denn viele von ihnen haben schon sehr viele schlimme Dinge erlebt.

 

Spannend war es für mich, die Klienten mit verschiedenen Beeinträchtigungen in der Werkstatt zu begleiten sowie zu fördern und somit viele Informationen über verschiedene Beeinträchtigungen zu sammeln. Es war außerdem sehr interessant, ihre Entwicklung innerhalb eines Jahres mitzuerleben.

 

Damit ich wusste, wie ich mich am Telefon melden oder Anrufe weiterleiten konnte, habe ich an einem Telefonkurs teilgenommen. Außerdem absolvierte ich einen Hygienekurs, denn Hygiene ist im Umgang mit anderen Menschen besonders wichtig.

 

Ich habe nicht nur viele Dinge im Umgang mit Menschen, die eine Behinderung haben, gelernt, sondern auch viele organisatorische Dinge, denn gemeinsam haben alle Praktikanten und FSJler viele besondere Ausflüge oder Veranstaltungen organisiert, wie beispielsweise ein Halloween-Fest, einen McDonalds-Tag und eine Fahrt in das Phantasialand.

 

Eine ebenfalls sehr besondere Erinnerung ist für mich der Auftritt der sieben Zwerge. Diesen habe ich gemeinsam mit acht Beschäftigten aus der Werkstatt bei der integrativen Karnevalsveranstaltung aufgeführt. Natürlich ist nicht alles nach Plan verlaufen, aber ich denke, dass das der Grund war, warum den Besuchern die Aufführung so gut gefallen hat.

 

Abschließend bin ich sehr dankbar für alle positiven, aber auch negativen Erlebnisse, die ich hier erleben durfte. Ich bin froh, dass dieses Jahr so unkompliziert und schön verlaufen ist, denn ich freue mich immer noch über jeden Tag, an dem ich zur Arbeit gehen kann.“

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