26.11.2025
50-Jahre BAG BBW

Am 20. November 2025 feierte die Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke (BAG BBW) ihr 50-jähriges Bestehen mit einer festlichen Veranstaltung in Berlin. Die Feierlichkeiten wurden in zwei Teile gegliedert: Vormittags fand ein Fachtag für die Leitungskräfte der Berufsbildungswerke statt, in dem wichtige Themen der beruflichen Rehabilitation und der Zukunft der Berufsbildungswerke beleuchtet wurden. Am Abend folgte der Festakt mit vielen Ehrengäste aus Politik und Verwaltung. Geschäftsführer Dirk Rein und Julian Theis vom Leitungsteam des BBW sowie Kasper Kratz von der Teilnehmendenvertretung und Vertrauensperson Dirk Weingart nahmen für das Heinrich-Haus an den Feierlichkeiten teil.
Der Vormittag begann mit einem Auftakt von Tobias Schmidt, Vorsitzender der BAG BBW, der die Geschichte der Berufsbildungswerke skizzierte und dabei besonders die messbaren Erfolge in der beruflichen Rehabilitation hervorhob. Schmidt betonte die Stärke des Verbunds der BBWs und den Blick nach vorn – auf die zukünftigen Herausforderungen wie Digitalisierung und die Weiterentwicklung der Ausbildungsformate. Ein zentrales Thema war die Einführung des AMDL-Prüfdienstes (Prüfdienst Arbeitsmarktdienstleistungen), der ab 2026 in den BBWs starten wird. Die Vorbereitungen darauf laufen bereits und der Fahrplan wird im Dezember bekanntgegeben.
Claudia Reif, Bereichsleiterin der Bundeszentrale für Arbeit und Qualitätsentwicklung, gab einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der BBWs aus Sicht der Arbeitsagentur. Sie sprach insbesondere über die Notwendigkeit des Wandels in den Berufsbildungswerken – von der Anpassung an neue Zielgruppen über die Digitalisierung bis hin zu veränderten Arbeitgeberanforderungen. Ein wichtiger Punkt war für die Agenturen die Einführung vernetzter, hybrider Beratungsformen, die den bisherigen Ansätzen zur schnelleren Fallbearbeitung und einer effizienteren Unterstützung der Auszubildenden weiterentwickeln sollen. Ab 2026 werden 16 Agenturen mit diesen neuen Formaten starten.
Nach einem spannenden „Gallery Walk“, der die Geschichte der Berufsbildungswerke visuell aufbereitete und den Übergang von der Vergangenheit in die Gegenwart und Zukunft darstellte, fand eine Podiumsdiskussion statt, die sich mit der Weiterentwicklung der Berufsbildung und den Herausforderungen der nächsten Jahre auseinandersetzte.
Am Abend fand dann der Festakt statt, zu dem rund 300 Gäste aus Politik, Verwaltung, Reha-Trägerschaft und den Berufsbildungswerken aus ganz Deutschland zusammenkamen. In seiner Ansprache würdigte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die herausragende Rolle der Berufsbildungswerke für die berufliche Rehabilitation von jungen Menschen mit Behinderungen. Er hob hervor, dass die BBWs nicht nur zur Stärkung der Wirtschaftskraft und Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes beitragen, sondern auch entscheidend für die erfolgreiche Integration von Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt sind. Besonders betonte er das Engagement der Mitarbeitenden, die tagtäglich den Grundstein für den Erfolg der Berufsbildungswerke legen.
„Die Berufsbildungswerke stärken die Wirtschaftskraft und Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes, indem sie qualifizierte Fachkräfte ausbilden, die wir dringend benötigen – insbesondere im Hinblick auf den digitalen und klimafreundlichen Umbau unseres Landes“, so der Bundespräsident. „Mein Dank gilt allen Mitarbeitenden, die sich mit Herzblut und Engagement dafür einsetzen, dass junge Menschen mit Behinderungen eine echte berufliche Perspektive erhalten. Ihr unermüdlicher Einsatz ist es, der diese Institutionen so erfolgreich macht.“
Steinmeier bezeichnete die Berufsbildungswerke als „Starkmacher“, die jungen Menschen mit Behinderungen helfen, an Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen zu gewinnen. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie junge Menschen in den Berufsbildungswerken aufblühen und zu Fachkräften werden, die aktiv an der Gesellschaft und der Wirtschaft teilnehmen“, fügte er hinzu.
Tobias Schmidt richtete ebenfalls einen besonderen Dank an die Mitarbeitenden: „Die Berufsbildungswerke sind Orte des Miteinanders, der Kompetenz und der Motivation. Unser Erfolg basiert auf den Menschen, die mit Leidenschaft und Engagement dafür sorgen, dass junge Menschen mit Beeinträchtigungen die Chance auf eine berufliche Zukunft erhalten.“
Daniel Terzenbach, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, hob in seiner Rede die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Berufsbildungswerken und der Agentur für Arbeit hervor. Er betonte die unverzichtbare Rolle der BBWs im Reha-System: „Die Berufsbildungswerke bieten jungen Menschen mit besonderen Bedürfnissen nicht nur eine qualifizierte Ausbildung, sondern auch die pädagogische und psychologische Unterstützung, die sie für einen erfolgreichen Einstieg in den Arbeitsmarkt benötigen.“
Die 50-Jahr-Feier der BAG BBW war ein würdiger Abschluss des Jubiläumsjahres „50 Jahre BAG BBW – Wir feiern Stärken, jeden Tag“. Die Veranstaltung setzte ein starkes Zeichen für die gelebte Verantwortung der Berufsbildungswerke, die nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch in Zukunft eine Schlüsselrolle in der beruflichen Rehabilitation und Inklusion spielen werden.
Ein besonderer Dank gilt den Mitarbeitenden, die mit ihrem täglichen Engagement den Erfolg und die Weiterentwicklung der Berufsbildungswerke maßgeblich mitgestalten. Sie sind es, die jungen Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit geben, ihre Stärken zu entfalten und ihren Platz auf dem Arbeitsmarkt zu finden.
Besuchen Sie unsere Website des BBW Neuwied! Hier gibt es jede Menge Infos zu den Ausbildungs-Möglichkeiten für junge Menschen.