24.03.2026
Aus Bolivien ins Heinrich-Haus: Ein Freiwilligendienst, der verbindet
Anderer Kontinent, neue Kultur, fremde Sprache: Ihr Freiwilligendienst im Heinrich-Haus war für Helen Andrea Mendez Guzmán ein echtes Abenteuer.
Die Bolivianerin kam für ein Jahr nach Deutschland, um hier einen sozialen Freiwilligendienst im Ausland zu absolvieren. Dazu engagierte sie sich von Mitte März 2025 bis Ende Januar 2026 in einer Gruppe der Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) am Standort Coloniastraße. Hier unterstützte sie bei der Bearbeitung von Kundenaufträgen, förderte die Werkstattbeschäftigten durch gezielte Förderprojekte und organisierte gemeinsam mit der Gruppenleitung Veranstaltungen, wie zum Beispiel ein regelmäßiges Gruppenfrühstück.
Dabei musste Helen sich zunächst an ihren eigenen neuen Alltag gewöhnen: An das Leben in ihrer Gastfamilie in Neuwied, an die Struktur des Werkstattstandortes sowie an hiesige arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen und kulturelle Gepflogenheiten. Und dann gab es natürlich noch die Sprachbarriere, die ihr die Kommunikation in der Gruppe anfangs erschwerte. Sie fing deshalb früh an, die deutsche Gebärdensprache zu lernen, was ihr sowohl bei der Kommunikation mit hörgeschädigten Werkstattbeschäftigten als auch mit allen anderen half.
Helen war von Anfang an sehr offen für die ihr neue Kultur und die Menschen am Standort und begeistert von ihrem neuen Arbeitsplatz: „Ich bin beeindruckt von der Art und Weise, wie hier dafür gesorgt wird, dass jeder die gleichen Chancen hat. Inklusion ist mir sehr wichtig, besonders im Vergleich zur Realität in Bolivien, wo Ausgrenzung und Marginalisierung weit verbreitet sind“, erzählt sie und freut sich über all die prägenden Erfahrungen, die sie während ihrer Zeit in der WfbM sammelt.
Ein Austausch, der alle bereichert
Auch für die Kolleginnen und Kollegen und für die Werkstattbeschäftigten im Heinrich-Haus war Helen Andrea Mendez Guzmáns Freiwilligendienst eine ganz neue Erfahrung und ein echter Zugewinn „Helen hat unsere Gruppe mit ihrer Art und ihrem Engagement bereichert und ist uns allen ans Herz gewachsen“, so ihre Kollegen Eugen Wagner und Markus Beer. „Sie hat uns spannende Einblicke in bolivianische Kultur und Traditionen gegeben.“ So hat sie zum Beispiel einige Male gemeinsam mit der Gruppe typisch bolivianisch gekocht und gebacken. Eine Erfahrung ist dabei besonders in Erinnerung geblieben, wie Eugen Wagner und Markus Beer lachend berichten: „Einmal haben wir zusammen Api gemacht – ein bolivianisches Maisgetränk, was aber leider nur wenige von uns überzeugen konnte“.
Als „Paten“ begleiteten die beiden Gruppenleiter Helen Andrea Mendez Guzmán aktiv durch ihren Freiwilligendienst im Heinrich-Haus mit seinen Höhen und Tiefen: „Mit der Zeit konnte sie sich in ihren Handlungen festigen, wurde selbstsicher und zeigte sich zum Ende ihres Auslandsjahres wesentlich selbstbewusster und eigenständiger.“
Inzwischen ist Helen Andrea Mendez Guzmán zurück in Bolivien und möchte dort ihre Ausbildung im Bereich Unternehmensverwaltung abschließen. Was sie aus ihrer Zeit im Heinrich-Haus mitnimmt, ist den Wunsch, in ihrer beruflichen Zukunft Inklusion zu fördern. In ihrer Werkstattgruppe der Coloniastraße bleibt sie unvergessen und so stehen einige Beschäftigte nach wie vor mit ihr in Kontakt.