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Vielfalt Leben

Vielfalt prägt unseren Alltag, unser Leben, unsere ganze Welt. Im Heinrich-Haus sind unsere Angebote ebenso vielfältig wie die Menschen, die hier lernen, leben und arbeiten. Unsere Vielfalt eröffnet uns verschiedenste Perspektiven und Möglichkeiten - und diese wollen wir gemeinsam entdecken, sichtbar machen und feiern. 

Deshalb beschäftigen wir uns in der Woche der Vielfalt vom 14. - 20. September 2026 mit ganz unterschiedlichen Themen: Von der Artenvielfalt in unserer Gärtnerei über die kulturelle Vielfalt in unserer Pflegeschule bis hin zu den vielfältige Kommunikationsmitteln in unserer Beratungsstelle Unterstützte Kommunikation.

DANKE an alle, die sich einbringen!

Eine Collage mit 9 Portraits von ganz unterschiedlichen Menschen aus dem Heinrich-Haus

Los geht's!

Startschuss für unsere "Woche der Vielfalt" ist unser großes, fröhliches Sommerfest in Neuwied-Engers am 13. September 2026.

Nach einem Gottesdienst gibt es viele Mitmach-Angebote, Essens- und Getränkestände, Kaffee, Kuchen und ein buntes Bühnenprogramm. Auch der Inklusionslauf findet wieder statt.

Das Fest ist offen für alle und wir freuen uns, gemeinsam zu feiern!

Alle Infos zum Sommerfest
Anmeldung Inklusionslauf
Foto von vielen Menschen mit Trikots und Urkunden auf einem Platz mit Pavillons am Heinrich-Haus in Engers

Woche der Vielfalt

In der Aktionswoche vom 14. - 20. September 2026 erscheinen hier täglich neue Berichte über die Vielfältigkeit unserer Arbeit - bleiben Sie dran und schauen Sie rein!

bunter kreisförmiger Rahmen, darin in Großbuchstaben

„Mensch ist mehr“

Ausstellung der Fotografin Anna Spindelndreier begeisterte im Berufsbildungswerk. „Kein Mensch lässt sich auf eine einzige Eigenschaft reduzieren.“

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Max lächelt in die Kamera. In seiner Hand hält er locker ein Schild auf dem steht: „Max – Familienmensch und Freund, stolzer Mensch, Sportler, Verwaltungsangestellter“. Die Betrachterinnen und Betrachter sehen einen zufriedenen Mann. Zwei Bilder weiter hält Becks ihr Schild strahlend in die Kamera: „Becks – Christin, Meisterwerk, resiliente Person, offener Mensch, unabhängig-starke Frau“. Was man sieht? Eine kleinwüchsige Frau mit extrem kurzen Beinen. Aber Becks ist mehr. Genau wie Max mehr ist als das, was wir sehen.

In der Ausstellung „Mensch ist mehr“ zeigt die Dortmunder Fotografin Anna Spindelndreier 31 spannende Persönlichkeiten mit ihren Bildern und Geschichten, mit Wünschen an unsere Gesellschaft. Neben den Fotos gibt es QR-Codes, die eine Geschichte über die Menschen erzählen. Mit vielen Facetten und all dem, was auf den ersten Blick nicht sichtbar ist. Und genau das ist das Anliegen der Fotografin: darzustellen, dass kein Mensch sich auf eine einzige Eigenschaft reduzieren lässt. „Alle 31 Menschen sind einzigartig. Ihre Geschichten stehen jedoch auch für viele nicht erzählte Geschichten. Sie stehen für Erfahrungen von Menschen mit sichtbaren und nicht-sichtbaren Behinderungen. Die 31 Menschen sind Teil der Ausstellung, weil sie Barrieren in den Köpfen von Menschen abbauen möchten“, so Spindelndreier.

Zur Ausstellungseröffnung war die 36-Jährige auf Einladung der Berufsbildenden Schule Heinrich-Haus (BBS) zu Gast im BBW Neuwied. In einer eindrucksvollen Rede erklärte sie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Idee hinter ihrem Projekt – pünktlich zum Sommerfest im BBW, das in diesem Jahr unter dem Motto „Vielfalt leben“ stand. In einer Welt, in der viele Menschen Ausgrenzung erleben, war Spindelndreiers Botschaft an die jungen Zuhörenden: Auch ihr seid nicht das, was man auf den ersten Blick sieht. Sie selbst ist kleinwüchsig und berichtete von dem Kommentar eines Arztes noch vor ihrer Geburt, der zu ihrer Mutter sagte: „Ihr Kind wird aussehen wie ein Clown im Zirkus“. Anna Spindelndreier hat es sehr verletzt, als ihre Mutter ihr dies einmal erzählte. „Ich glaube, dass viele Menschen solche Erfahrungen kennen. Denn wir leben in einer Gesellschaft, die Menschen häufig sehr schnell einordnet.“

Aber, so Spindelndreier abschließend: „Mensch ist mehr – das ist nicht nur ein Titel. Es ist eine Haltung. Eine Einladung, genauer hinzusehen. Und die Erinnerung daran, dass jeder Mensch mehr ist als das, was wir auf den ersten Blick erkennen können. Das gilt für die Menschen auf diesen Bildern. Das gilt für mich. Das gilt für euch. Und das gilt für uns alle.“

Die Ausstellung "Mensch ist Mehr" ist im Rahmen eines Projektes der LAG Selbsthilfe RLP entstanden. Sie ist die (politische) Interessenvertretung von 58 Selbsthilfeverbänden im Land Rheinland-Pfalz. Sie versteht sich als Selbstvertretungsorganisation der Menschen mit Behinderungen im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) und setzt sich für die Gleichstellung, Selbstbestimmung und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ein. Finanziert wurde die Kampagne von der Aktion Mensch. Die Idee zur Fotokampagne entwickelten Johannes Schweizer und Judith Kunz, als sie sich in den Büros der LAG Selbsthilfe RLP über sichtbare und nicht-sichtbare Behinderungen unterhielten. Sie stellten fest, wie unterschiedlich die Reaktionen der Mitmenschen sein können. Infos gibt es unter: https://www.mensch-ist-mehr.de

Im Vordergrund hängen drei große Fotos von Menschen vor farbigen Hintergründen, mit Schildern, auf denen steht, wer sie alles sind. Im Hintergrund findet ein Gruppengespräch statt

Interview mit Kathrin Klapper

Kommunikation ist vielfältig!

Kathrin Klapper ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität zu Köln und promoviert zum Thema kommunikative Teilhabe unterstützt kommunizierender Erwachsener. 

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Vielfalt wird häufig in Bezug auf Herkunft, Kultur oder Lebensweisen diskutiert. Warum sollte auch die Vielfalt von Kommunikationsformen stärker als Teil einer inklusiven Gesellschaft verstanden werden?

Vielfalt bedeutet für mich, dass jeder Mensch die Möglichkeit hat, sich einzubringen – unabhängig davon, wie er kommuniziert. Kommunikation ist weit mehr als gesprochene Sprache. Menschen kommunizieren mit Gebärden, Symbolen, Blickbewegungen, elektronischen Kommunikationshilfen oder anderen Formen der Unterstützten Kommunikation. All diese Wege sind gleichwertig. Trotzdem wird Kommunikation in unserer Gesellschaft häufig noch mit Lautsprache gleichgesetzt. Wer nicht mit dem Mund sprechen kann, wird oft unterschätzt oder gar übergangen. Das hat weitreichende Folgen, denn Kommunikation ist die Grundlage dafür, den eigenen Willen auszudrücken, Entscheidungen zu treffen, Beziehungen zu gestalten und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Für mich ist das nicht nur eine wissenschaftliche Fragestellung, sondern auch persönliche Erfahrung. Ich selbst kommuniziere mit einem augengesteuerten Sprachcomputer. Deshalb weiß ich, wie entscheidend es ist, dass Menschen nicht danach beurteilt werden, wie sie kommunizieren, sondern danach, was sie zu sagen haben. Eine inklusive Gesellschaft erkennt die Vielfalt der Kommunikation selbstverständlich an und schafft Bedingungen, unter denen jede Stimme gehört werden kann.

2. Welche Chancen ergeben sich für unsere Gesellschaft, wenn wir Kommunikation nicht nur über gesprochene Sprache definieren, sondern unterschiedliche Kommunikationswege – wie Unterstützte Kommunikation, Gebärden oder digitale Hilfsmittel – als gleichwertig anerkennen?

Wenn wir Kommunikation breiter denken, profitieren letztlich alle. Menschen, die bisher kaum beteiligt wurden, können ihre Erfahrungen, Ideen und Perspektiven einbringen. Das macht Entscheidungen besser und unsere Gesellschaft vielfältiger. Außerdem verändert sich der Blick auf Behinderung. Statt zu fragen, was ein Mensch nicht kann, fragen wir, welche Bedingungen geschaffen werden müssen, damit Kommunikation gelingt. Dieser Perspektivwechsel ist entscheidend. Kommunikation entsteht nicht allein durch individuelle Fähigkeiten, sondern immer im Zusammenspiel mit der Umwelt. Unterstützte Kommunikation ist deshalb kein technisches Hilfsmittel allein. Sie eröffnet Möglichkeiten zur Selbstbestimmung, zur Mitgestaltung und zur gesellschaftlichen Teilhabe. Je selbstverständlicher wir unterschiedliche Kommunikationsformen anerkennen, desto inklusiver wird unsere Gesellschaft.

3. Was verstehen Sie unter „kommunikativer Teilhabe“ und warum geht sie weit über das reine Sprechen hinaus?

Kommunikative Teilhabe bedeutet für mich, den eigenen Willen, Wünsche, Bedürfnisse, Ideen und Entscheidungen in allen wichtigen Lebensbereichen wirksam einbringen zu können. Es geht also nicht darum, ob jemand verbal sprechen kann, sondern darum, ob Kommunikation tatsächlich gelingt.

In meiner Dissertation konnte ich zeigen, dass kommunikative Teilhabe nicht allein von den Fähigkeiten einer Person abhängt. Ebenso wichtig sind passende Kommunikationssysteme, kompetente Kommunikationspartnerinnen und -partner sowie unterstützende gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Erst das Zusammenspiel all dieser Faktoren ermöglicht Selbstbestimmung. Kommunikative Teilhabe bedeutet deshalb, gehört zu werden, Einfluss nehmen zu können und das eigene Leben aktiv mitzugestalten. Genau darin liegt ihr eigentlicher Wert.

4. Können Sie Beispiele nennen, wie kommunikative Teilhabe den Alltag von Menschen mit Unterstützungsbedarf konkret verändert?

Kommunikative Teilhabe beginnt bei kleinen Alltagsentscheidungen. Möchte ich heute Kaffee oder Tee trinken? Welche Kleidung möchte ich anziehen? Welche Musik möchte ich hören? Sie reicht aber weit darüber hinaus. Menschen müssen Entscheidungen über ihre Wohnform, ihre Arbeit, ihre Freizeit, ihre Beziehungen oder medizinische Behandlungen treffen können. Wer seine Meinung äußern kann und ernst genommen wird, übernimmt Verantwortung für das eigene Leben. Ich sage häufig: Kommunikative Teilhabe bedeutet nicht nur, irgendwo anwesend zu sein. Teilhabe bedeutet, mitreden, mitentscheiden und mitgestalten zu können. Genau das verändert den Alltag unterstützt kommunizierender Menschen grundlegend.

5. Sie promovieren zum Thema kommunikative Teilhabe unterstützt kommunizierender Erwachsener. Welche Erkenntnisse haben Sie bislang besonders überrascht?

Mich hat vor allem überrascht, wie stark Unterstützte Kommunikation bis heute defizitorientiert betrachtet wird. Viele diagnostische Verfahren konzentrieren sich darauf, welche kommunikativen Fähigkeiten Menschen besitzen oder welche ihnen fehlen. Meine Forschung zeigt jedoch, dass kommunikative Teilhabe vor allem von den Rahmenbedingungen abhängt. Gute Kommunikationshilfen allein reichen nicht aus. Ebenso wichtig sind Menschen, die zuhören, Zeit geben, Kommunikation ermöglichen und unterstützt kommunizierenden Menschen zutrauen, Entscheidungen selbst zu treffen.

Deshalb habe ich im Rahmen meiner Dissertation das theoretische Modell der kommunikativen Teilhabe sowie das ICF-orientierte Diagnostik-Instrument Profil Kommunikativer Teilhabe (PKT) entwickelt. Es stellt nicht Defizite, sondern die Perspektive unterstützt kommunizierender Menschen in den Mittelpunkt und fragt danach, welche Bedingungen ihre Teilhabe ermöglichen.

Eine Erkenntnis hat mich dabei auch persönlich bewegt. Ich bin heute Wissenschaftlerin, weil Menschen mir kommunikative Teilhabe ermöglicht haben – lange bevor ich dieses Thema wissenschaftlich untersucht habe. Menschen haben an mich geglaubt, mir Zeit gegeben und Wege gefunden, mit mir zu kommunizieren. Diese Erfahrung hat mich geprägt und ist letztlich auch der Grund, warum ich heute zu diesem Thema forsche.

6. Welche Verantwortung tragen Einrichtungen, Leistungsträger und Politik, um kommunikative Teilhabe zu ermöglichen?

Kommunikative Teilhabe darf niemals vom Zufall oder vom Engagement einzelner Menschen abhängen. Sie muss strukturell abgesichert werden. Einrichtungen brauchen ausreichend qualifizierte Fachkräfte, Zeit für Kommunikation und Unterstützte Kommunikation als selbstverständlichen Bestandteil ihres Alltags. Leistungsträger müssen Kommunikationshilfen und die notwendige fachliche Begleitung verlässlich finanzieren. Politik wiederum trägt die Verantwortung, die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention konsequent umzusetzen.

Mir ist dabei ein Satz besonders wichtig: Unterstützte Kommunikation ist kein Luxus und kein freiwilliges Zusatzangebot. Sie ist ein Menschenrecht. Wer Kommunikation ermöglicht, ermöglicht Selbstbestimmung, gesellschaftliche Teilhabe und demokratische Mitbestimmung.

7. Wie stellen Sie sich eine Gesellschaft vor, in der kommunikative Teilhabe für alle Menschen selbstverständlich ist?

Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der niemand aufgrund seiner Kommunikationsform unterschätzt oder ausgeschlossen wird. Eine Gesellschaft, in der wir nicht zuerst fragen: „Kann diese Person sprechen?“, sondern: „Wie können wir miteinander kommunizieren?“ Eine Gesellschaft, in der Kommunikation nicht an Lautsprache gemessen wird, sondern daran, ob Menschen gehört werden und ihre Meinung wirksam einbringen können. Ich wünsche mir außerdem, dass unterstützt kommunizierende Kinder und Erwachsene selbstverständlich die Unterstützung erhalten, die sie benötigen – in der Schule, am Arbeitsplatz, in der Freizeit, im Gesundheitswesen und in der Politik.

Meine eigene Geschichte zeigt, was möglich ist, wenn Menschen Vertrauen schenken und Barrieren abbauen. Ohne Unterstützte Kommunikation, ohne engagierte Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter und ohne Menschen, die mir etwas zugetraut haben, wäre ich heute weder Wissenschaftlerin noch politisch aktiv. Deshalb bin ich überzeugt: Kommunikative Teilhabe verändert nicht nur einzelne Lebenswege. Sie verändert unsere Gesellschaft insgesamt. Denn jeder Mensch hat etwas zu sagen. Die entscheidende Frage ist nicht, ob jemand kommunizieren kann – sondern ob wir bereit sind zuzuhören.

Unsere Beratungsstelle Unterstützte Kommunikation (BUK) berät zu vielfältigen unterstützen Kommunikationsmöglichkeiten:

Zum Angebot der BUK
Frau staunt mit offenem Mund neben einem Aufsteller mit Foto und Text über sich selbst

„Hier ist jeder willkommen, der tolerant und offen ist“

Seit einigen Jahren gibt es das „Safe Place Café“ im BBW. Ein geschützter Raum, in dem junge Menschen respektiert werden und sich austauschen können.

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Wenn Theresa Waasem über sich selbst spricht, hört sich erst einmal alles ganz einfach an. „Ich arbeite als Jugend- und Heimerzieherin im Wohnen am Heimbach C, habe meine Ausbildung in Heidelberg absolviert, wohne jetzt wieder in meiner Heimatstadt Koblenz und bin mit meiner Partnerin seit mehreren Jahren verbunden.“ Doch wie selbstverständlich zu sagen, dass sie mit einer Frau zusammenlebt, war nicht immer leicht für Theresa Waasem. „Früher habe ich mich nicht getraut, das offen auszusprechen. Heute möchte ich die Person sein, die mir selbst damals gefehlt hat“, sagt die 32-Jährige.

Gemeinsam mit einigen Kolleginnen im BBW Neuwied hat Theresa Waasem Mitte des Jahres 2022 das „Safe Place Café“ gegründet. Ein Treffpunkt, in dem sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer im BBW vernetzen, Gespräche zu queeren Themen führen, oder einfach nur zusammen basteln, fernsehen oder Musik hören können. Hier ist jeder willkommen, der tolerant und offen ist – unabhängig von Identität, Behinderung oder sexueller Orientierung. „Bei unseren Treffen steht die sexuelle Orientierung gar nicht im Mittelpunkt. Sie ist Teil von uns, aber nicht das entscheidende. Wir möchten einfach einen geschützten Raum bieten, in dem junge Menschen über alles sprechen können, was sie bewegt. In dem sie sich sicher und akzeptiert fühlen.“ Gemeinsam mit Adina Schnatz, ebenfalls aus dem Haus C, lädt Theresa Waasem etwa alle sechs Wochen zu einem Treffen im Lernzentrum gegenüber der Fahrschule ein. Ziele sind es, Teilnehmenden die Möglichkeit zu geben, sich mit ihren Themen angenommen und gehört zu fühlen, soziale Unterstützung und Gemeinschaft zu erleben und sich mit anderen Jugendlichen zu vernetzen. Das stärkt nicht nur Selbstwert und Selbstwirksamkeit, sondern trägt auch generell zu einem respektvollen und toleranten Umgang im BBW bei. Das Angebot ist dabei bewusst freiwillig und niedrigschwellig gestaltet. Die Jugendlichen entscheiden selbst, ob sie aktiv an Gesprächen teilnehmen oder zunächst lediglich zuhören möchten.

Ob das Angebot „etwas bringt“? Da sind sich die Organisatorinnen sicher: „Viele fragen bereits während eines Treffens nach dem nächsten Termin. Wenn wir schon ein Datum nennen können, wird dieses oft direkt im Handy gespeichert. Außerdem bringen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer regelmäßig eigene Ideen und Wünsche für zukünftige Angebote ein“, so Theresa Waasem. „Besonders zurückhaltende oder schüchterne Teilnehmende profitieren häufig von dem geschützten Rahmen und finden über das Angebot leichter sozialen Anschluss innerhalb der Wohnformen und des Ausbildungsalltags“, ergänzt Adina Schnatz.
Wer mehr über das Safe Place Café wissen möchte, kann sich jederzeit im Haus C bei Theresa Waasem und Adina Schnatz melden.

Hände mit bunten Perlenarmbändern bilden einen Kreis

Vielfalt von Klein Auf

In der inklusiven Ferienbetreuung des Heinrich-Hauses spielen Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen von 6 bis 12 Jahren gemeinsam.

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Die Plätze sind immer schnell vergeben – und für viele Kinder ist es ein Highlight im Ferienkalender: Die inklusive Ferienbetreuung des Heinrich-Hauses sorgt an vier Wochen im Jahr für Entlastung bei den Eltern und Freude bei den Kindern. Und das schon seit vielen Jahren.

Im Berufsbildungswerk (BBW Neuwied) kommen in den Oster-, Sommer- und Herbstferien regelmäßig alle zusammen – auf dem Basketballplatz, dem Beach-Volleyballfeld und der großen Wiese hinter dem BBW oder auch auf der Kegelbahn und im Freizeitforum ist dann von morgens bis nachmittags viel los. Wer es lieber ruhiger mag, kann drinnen basteln, malen oder einfach Gesellschaftsspiele ausprobieren. „Alle spielen zusammen – egal ob Mitarbeiterkind oder Bewohner:in in unseren Wohnbereichen. Die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen stehen dabei immer im Vordergrund. Wir möchten allen eine schöne Zeit ermöglichen“, sagt Eva Aymans vom Bereich Kultur & Freizeit.

Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen legt sie Wert darauf, dass die Kinder sich wohl und sicher fühlen: „Unser gleiches Umfeld mit gleichen Bezugspersonen führt zu sicherer Bindung in der Ferienzeit.“ So wachsen die Kinder, die sich sonst im Alltag nicht begegnen, zu einer Gruppe zusammen. Eine schöne Erfahrung vor allem auch für die Kinder von Mitarbeitenden – und gleichzeitig eine Entlastung für die Eltern, die in der Ferienzeit arbeiten gehen. „Die Eltern haben großes Vertrauen in unsere Kinderferien-Betreuung, das sehen wir an der hohen Nachfrage und den Rückmeldungen, die wir bekommen“, berichtet Eva Aymans.

Besonderes Highlight jeden Tag: Das gemeinsame Essen! Die Kinder freuen sich, im BBW bestens versorgt zu werden, denn gemeinsam spielen macht hungrig.

Internationale Küche spiegelt Vielfalt der Mitarbeitenden

In der Aktionswoche wird es bunt: Unsere Küche serviert Speisen der am häufigsten vertretenen Nationalitäten in unserem Unternehmen.

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Knapp 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten derzeit im Heinrich-Haus – mit 37 verschiedenen Nationalitäten. Diese Zahlen hat unser Küchen-Team zum Anlass genommen, um sich für die Woche der Vielfalt (14. bis 18.09) etwas ganz Besonderes auszudenken: Ab heute steht sowohl im Heinrich’s, als auch im BBW und allen von uns belieferten Außenstellen jeder Tag unter einem anderen Motto.

Es wird Gerichte aus Polen, der Türkei, Syrien, Italien und der Ukraine geben. Denn dies sind die fünf Nationen, die neben Deutschland am häufigsten unter unseren Kolleginnen und Kollegen zu finden sind. Um diese Vielfalt zu feiern, geht die internationale Freundschaft ab heute sozusagen durch den Magen.

„Mit dem jeweiligen Nationalgericht wollen wir nicht nur den internationalen Kolleginnen und Kollegen eine Freude bereiten, sondern auch unseren deutschen Gästen etwas Neues und Besonderes bieten. Vielfalt in der Küche ist eine Bereicherung, weil unterschiedliche Geschmäcker, Traditionen und Kulturen Menschen verbinden und unseren Alltag bunter, offener und genussvoller machen“, so Christian Albert, Leiter der Versorgungsbetriebe im Heinrich-Haus.

Konkret sieht der Speisenplan so aus:

Montag, 14. September:
Türkisches National-Gericht: Köfte (würzige Rindfleischbällchen), dazu Reis, Kräuterquark und Fladenbrot

Dienstag, 15. September:
Polnisches National-Gericht: Bigos (Sauerkrauteintopf mit Schweinefleisch), dazu Brötchen

Mittwoch, 16. September:
Syrisches National-Gericht: Mujaddara (Reis, Linsen und karamellisierten Zwiebeln), dazu Natur Joghurt

Donnerstag, 17. September:
Ukrainisches National-Gericht: Borschtsch (Rote Bete, Gemüse, Rindfleischeintopf), dazu Brötchen

Freitag, 18. September:
Italienisches National-Gericht: Lasagne vom Rind, dazu Blattsalat

Wir wünschen allen einen guten Appetit!

Küche mit vielen frischen und bunten Zutaten sowie Händen von drei Personen, die etwas zubereiten

Artenvielfalt im Fokus

Ökologische Nachhaltigkeit bei Culterra und Saatbomben im Förderzentrum am Hohen Rhein: für Mensch und Natur.

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Mit Regenwassernutzung, torffreier Erde, Insektenwiesen und nachhaltiger Floristik zeigt Culterra, wie vielfältige Lebensräume geschaffen und aktiv geschützt werden können. Auch das Förderzentrum am Hohen Rhein erstellte mit den Leistungsnehmenden Saatbomben als Beitrag zu einer ökologischen Nachhaltigkeit. Vielfalt wird hier nicht nur gelebt, sondern erlebbar gemacht – für Menschen und für die Natur.

Lebensräume schaffen mit Regenwasser und torffreier Erde
Bereits heute setzen die Mitarbeitenden bei Culterra – sowohl in der Floristik, im Zierpflanzenbau als auch im Garten- und Landschaftsbau – auf nachhaltige Maßnahmen, die gleichzeitig der Artenvielfalt zugutekommen. Die Pflanzen in den Gewächshäusern werden überwiegend mit Regenwasser gegossen, Trinkwasser kommt nur bei langer Trockenheit zum Einsatz. Während einige Häuser unterkellert sind, wurden für andere große oberirdische Tanks installiert – so wird Wasser effizient genutzt und natürliche Ressourcen geschont.
Der Einsatz von torffreier Erde schont Moore und reduziert CO₂-Emissionen. Gleichzeitig unterstützt die neue Anbaumethode die Gesundheit des Bodens und fördert ein breites Spektrum an Pflanzenarten. Johannes Blum erklärt: „Wir haben viel ausprobiert und eine Methode gefunden, die den Pflanzen und der Umwelt zugutekommt.“

Insektenwiesen als lebendige Klassenzimmer
Ein Herzstück des Artenvielfalt-Schwerpunkts sind die Insektenwiesen. Statt konventionellem Rasen entstehen naturnahe Blumenflächen, die Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und vielen anderen Insekten Nahrung und Lebensraum bieten. Die Wiesen werden zudem als Lernorte für Auszubildende genutzt – hier wird Artenvielfalt direkt erfahrbar. Alte Obstsorten wie der Mautapfel tragen zusätzlich zur ökologischen Vielfalt bei.

Nachhaltige Floristik für mehr Biodiversität
Auch in der Floristik wird Vielfalt gelebt: Grüner Steckschaum wird zunehmend durch natürliche, recycelte Materialien ersetzt, darunter Kokosfaser, ausgehöhlte Melonen oder Weinkorken. So entstehen Gestecke, die Pflanzen Halt geben und gleichzeitig umweltfreundlich sind. Diese kreative Herangehensweise verbindet Ästhetik mit ökologischer Verantwortung.

Vielfalt im Lernen und Arbeiten
Nachhaltigkeit und Artenvielfalt sind fest in der Ausbildung verankert. Auszubildende lernen, wie sich wirtschaftliches Denken mit ökologischer Verantwortung verbinden lässt. Stephanie Lammert betont: „Wir probieren Neues aus. Biodiversität wird künftig ein wichtiger Bestandteil unserer Prüfungen sein.“

Von Hand hergestellte Saatbomben
Die Leistungsnehmenden aus dem Förderzentrum am Hohen Rhein leisteten mit rund 200 handgefertigten Saatbomben einen wichtigen Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit. Hierfür wurden Blumenerde, Saatgut und Tonerde vermischt und mit etwas Wasser verknetet. Anschließend wurde die Masse zu walnussgroßen Kugeln geformt und für ca. 48 Stunden an der Luft getrocknet. Auch die Verpackung in biologisch-abbaubare Tütchen übernahmen die Leistungsnehmenden. Das Saatgut beinhaltet eine Mischung aus Wildblumen, Kräutern und Gräsern, an der sich – sobald die Pflanzen aus dem Boden gewachsen sind – die heimischen Insekten erfreuen dürfen.

Foto einer verpackten Saatbombe mit Pflanzanleitung und

Vielfalt leben - jetzt mitmachen!

Vielfalt zeigt sich jeden Tag: in unseren Teams, Leistungen und Begegnungen, unterschiedlichen Menschen, Perspektiven, Lebenswegen und Erfahrungen.

Mit dem JG-Jahresthema "Vielfalt leben" 2026 möchten wir diese Vielfalt sichtbar machen - und Sie können sich beteiligen. Als Mitarbeitende, Leistungsnehmende, Patient:innen oder Angehörige. Auf unserer Aktionsseite sammeln wir Foto- und Videobeiträge aus dem Alltag der Josefs-Gesellschaft.

Wir freuen uns, wenn Sie die Aktion mit einem Beitrag unterstützen!

Zur Aktionsseite "JG-Jahresthema"
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