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Vielfalt Leben

Vielfalt prägt unseren Alltag, unser Leben, unsere ganze Welt. Im Heinrich-Haus sind unsere Angebote ebenso vielfältig wie die Menschen, die hier lernen, leben und arbeiten. Unsere Vielfalt eröffnet uns verschiedenste Perspektiven und Möglichkeiten - und diese wollen wir gemeinsam entdecken, sichtbar machen und feiern. 

Deshalb beschäftigen wir uns in der Woche der Vielfalt vom 14. - 20. September 2026 mit ganz unterschiedlichen Themen: Von der Artenvielfalt in unserer Gärtnerei über die kulturelle Vielfalt in unserer Pflegeschule bis hin zu den vielfältige Kommunikationsmitteln in unserer Beratungsstelle Unterstützte Kommunikation.

DANKE an alle, die sich einbringen!

Eine Collage mit 9 Portraits von ganz unterschiedlichen Menschen aus dem Heinrich-Haus

Vielfalt bedeutet für mich...

Wir haben im Heinrich-Haus rumgefragt, was Vielfalt für die Menschen hier bedeutet. Kolleginnen und Kollegen, Schülerinnen und Schüler, Mitarbeitende, Bewohner:innen und Beschäftigte haben mitgemacht und die Antworten sind, wie erwartet, VIELFÄLTIG!

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Collage mit Portraits unterschiedlicher Menschen in einem Kreis. Daneben der Titel

Vielfalt Bewegt

Das Heinrich-Haus ist auch sportlich erfolgreich: doch im Mittelpunkt stehen nicht Medaillen oder Bestzeiten, sondern der Spaß und die Gemeinschaft. 

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Im Sport zählt nicht, was uns unterscheidet, sondern was uns verbindet: ein gemeinsames Ziel, gegenseitige Unterstützung und der Spaß daran, aktiv zu sein. Ob beim Integrativen Triathlon rund ums Wiedtalbad, beim Inklusionslauf in Engers, beim Stadtradeln, beim B2Run in Koblenz oder bei den zahlreichen Wettkämpfen der Christiane-Herzog-Schule: Sport wird im Heinrich-Haus großgeschrieben. Nicht wegen der Höchstleistungen, sondern vor allem wegen seiner verbindenden Kraft: „Wir wollen das Bewusstsein für Inklusion und Vielfalt fördern und gleichzeitig die Gemeinschaft stärken und positive Erlebnisse schaffen“, erläutert Gunnar Clemens, Werkstattleiter St. Katharinen.

Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen brachte er den Integrativen Triathlon auf den Weg – eine Veranstaltung, die 2026 bereits zum zweiten Mal mit großem Erfolg stattfand. Über 240 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen im August im Wiedtalbad zusammen, um zu schwimmen, Rad zu fahren und zu laufen – jeder nach seinen individuellen Möglichkeiten, jeder in seinem Tempo und jeder mit ansteckend guter Laune!

Auch beim traditionellen Inklusionslauf im Rahmen des Heinrich-Haus Sommerfestes in Engers bringt Menschen zusammen. Seit vielen Jahren gehen hier behinderte und nicht-behinderte Menschen gemeinsam an den Start. Egal, ob 100m, 550m, 2,5km oder 5km: im Ziel wartet auf alle dieselbe Anerkennung: eine Medaille und der verdiente Applaus.

Doch Bewegung und Gemeinschaft beschränken sich nicht auf einzelne Veranstaltungen. Der Integrative Sportverein Heinrich-Haus (ISV) bietet das ganze Jahr über zahlreiche Möglichkeiten, gemeinsam aktiv zu sein. Ob Wirbelsäulengymnastik, Selbstverteidigung oder Lauftreff – hier findet jeder das passende Angebot. Der ISV organisiert außerdem die Teilnahme am B2Run in Koblenz, bei dem jedes Jahr mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam mit Leistungsnehmenden an den Start gehen. So ist der Verein längst zu einem besonderen Treffpunkt geworden, an dem Gesundheit, Begegnung und Inklusion ganz selbstverständlich zusammengehören.

Etwas ehrgeiziger geht es da schon an der Christiane-Herzog-Schule zu Sache: Die Sport-AGs der Schule sind jedes Jahr ganz vorne mit dabei, wenn es um Landesmeisterschaften und Bundesfinals geht. Besonders die Tischtennis- und Schwimmmannschaften sorgen regelmäßig für herausragende Erfolge und machen das Heinrich-Haus stolz.

Ob Freizeitangebot oder Wettkampf, erster Zieleinlauf oder Landesmeistertitel – im Heinrich-Haus zeigt der Sport jeden Tag aufs Neue, dass Stärke dort entsteht, wo wir gemeinsam unsere Ziele erreichen.

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Menschen mit und ohne Rollstuhl in weißen Trikots laufen gemeinsam

17.09.2026

Clean-Up in unserer Region: Jede Menge Müll gesammelt

Um die Vielfalt der Natur zu schützen, säubern in dieser Woche wieder einige Freiwillige aus dem Heinrich-Haus die Umwelt.

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Wenn man genau hinschaut, muss gar nicht lange gesucht werden: In unserer Natur, auf den Gehwegen und am Straßenrand liegt jede Menge Müll. Mit Greifern, Müllsäcken und Handschuhen ausgerüstet zogen am Mittwochnachmittag einige Mitarbeitende, Kinder und Bewohnerinnen und Bewohner gemeinsam los, um die Umwelt von Plastik, Kippen und achtlos weggeworfenen Dingen zu befreien.

Seit einigen Jahren beteiligt sich das Heinrich-Haus nun schon am weltweiten Clean-Up, der auch in dieser Woche wieder in ganz Neuwied und darüber hinaus von vielen engagierten Menschen und den Servicebetrieben (SBN) Neuwied unterstützt wird. Auch viele Schülerinnen und Schüler der CHS und eine Gruppe aus dem AFZ waren in dieser Woche schon unterwegs, um Müll zu sammeln und Gutes zu tun. In St. Katharinen machten sich fünf Leistungsnehmende der Werkstatt St. Katharinen mit ihren Gruppenleiterinnen gemeinsam auf den Weg nach Unkel am Rhein, um dort dem Müll am Rheinufer den Kampf anzusagen. Ausgestattet mit viel Motivation und fleißigen Händen ging es ans Sammeln – und dabei zeigte sich schnell: Auch hier gab es einiges zu tun! Von Plastiktüten und Verpackungsmüll bis hin zu allerlei anderem Unrat wurde so einiges gefunden und eingesammelt. Der wohl ungewöhnlichste Fund des Tages war dabei ein alter Autoreifen. Natürlich wurde auch dieser fachgerecht entsorgt. So wurde das Rheinufer Stück für Stück sauberer und am Ende konnten sich alle über ein sichtbares Ergebnis ihrer gemeinsamen Arbeit – und über ein gemeinsames Eis – freuen.

Pizza und Eis gab es auch für die fleißigen Sammlerinnen und Sammler am Mittwoch in Engers: Wie immer kam die Gruppe nach getaner Arbeit in fröhlicher Runde zusammen, um von den ungewöhnlichsten Funden zu berichten und sich gemeinsam zu stärken.

Gruppenfoto mit ca. 20 Menschen, vier davon in Rollstühlen, ausgestattet mit Müllsäcken, Müllgreifern und Handschuhen

16.09.2026

Vielfalt geht durch den Magen

Beim kulturellen Brunch in der Pflegeschule lernen die neuen Auszubildenden sich und ihre vielfältigen Kulturen besser kennen.

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Gemeinsam essen und Neues probieren verbindet. Genau aus dem Grund fand in unserer Pflegeschule gestern im Rahmen der JG-weiten Aktionswoche „Vielfalt Leben“ ein kultureller Brunch statt. Knapp 20 Auszubildenden des neuen Kurses PFK-26, die zum 1. September ihre Ausbildung begonnen haben, haben sich dazu gemeinsam mit ihren Lehrkräften an einer langen und üppig gefüllten Tafel in der Pflegeschule am Heinrich-Haus versammelt. „Für die angehenden Pflegekräfte ist dies eine tolle Gelegenheit, sich untereinander noch besser kennenzulernen und kulinarische Einblicke in die verschiedenen Kulturen ihrer Kursmitglieder zu erhalten.“, so Pflegeschulleiterin Janina Rittenbruch.

Für den Brunch bringen alle Kursmitglieder Speisen aus ihren jeweiligen Kulturen mit: von syrischem Taboulé über Pelmeni aus Kasachstan und crispy fried chicken aus den USA, bis hin zu indischen Vada und polnischem Pilaw – die Auswahl ist vielfältig und verlockend, und nach einem kurzen Augenblick ist einiges schon aufgegessen.

„Unsere Pflegefachkurse sind kulturell immer sehr vielfältig. Einen kulturellen Brunch machen wir seit ein paar Jahren immer zum Kennenlernen kurz nach Ausbildungsbeginn – aber auch manchmal zu anderen Anlässen. Die Lehrkräfte und Azubis sind immer ganz begeistert und wir konnten im Laufe der Zeit schon sehr viele verschiedene Leckereien probieren.“ erzählt Kursleiterin Maren Bernardy.

Menschen unterschiedlicher Kulturen sitzen gemeinsam an einer großen Tafel mit verschiedenen Speisen in der Mitte.

14.09.2026

Buntes Sommerfest in Engers

Fröhlicher hätte der Auftakt in unsere Aktions-Woche kaum sein können: Beim Sommerfest in Engers feierten hunderte Gäste das Heinrich-Haus in all seiner Vielfalt.

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Foto von vielen Menschen mit Trikots und Urkunden auf einem Platz mit Pavillons am Heinrich-Haus in Engers

Interview mit Kathrin Klapper

Jeder Mensch hat etwas zu sagen

Kathrin Klapper ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität zu Köln und promoviert zum Thema kommunikative Teilhabe unterstützt kommunizierender Erwachsener. 

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Frau staunt mit offenem Mund neben einem Aufsteller mit Foto und Text über sich selbst

„Future Girls“ – ein Ort zum Basteln, Lachen und sich Austauschen

Vielfalt mal leise: Im BBW Neuwied gibt es ein Angebot speziell für zurückhaltende Teilnehmerinnen.

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Das Angebot an Freizeitaktivitäten im Berufsbildungswerk Neuwied ist riesengroß: Wer möchte, kann hier regelmäßig Fußball, Basketball, Badminton oder Beach-Volleyball spielen, zum Bogenschießen gehen, Kanu fahren oder im Fitnessstudio seine Muskeln stärken. Auch die Modellbau-AG, der Schachtreff oder die Jedi-Akademie sind immer gut besucht. Das Angebot, das Kultur und Freizeit auf die Beine stellt, ist herausragend.

Aber: Viele dieser Freizeit- und Gruppenangebote werden überwiegend von jungen Männern besucht. „Für einige Mädchen, insbesondere die etwas schüchternen, ist das nicht das richtige“, hat Dalia Allam festgestellt. Die Pädagogin aus dem Wohnbereich C hat sich daher mit einigen Kolleginnen zusammengetan und vor rund eineinhalb Jahren ein neues Angebot geschaffen: die „Future Girls“. In einem geschützten Rahmen können junge Frauen hier kreativ werden und sich austauschen.

„Dieses Angebot richtet sich insbesondere an eher zurückhaltende oder unsichere Teilnehmerinnen, denen kleinere und geschützte Gruppen häufig mehr Sicherheit bieten“, sagt Theresa Wasem. Im Gegensatz zu dem Safe Place Café dürfen hier nur weibliche Teilnehmerinnen des BBW mitmachen. In der Gruppe kann gemeinsam gebastelt, gespielt, sich unterhalten, ein Film geschaut oder einfach nur Musik gehört werden. „Wir sind sehr offen, was die Gestaltung der Nachmittage und Abende angeht. Hauptsache, die Mädchen sitzen nicht allein auf ihrem Zimmer“, erklärt Dalia Allam.

In einer kleinen Signalgruppe verabreden die Teilnehmerinnen gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften neue Termine, tauschen Ideen aus und verabreden sich auch außerhalb der Gruppe. „Das Angebot trägt dazu bei, Hemmschwellen abzubauen, soziale Integration zu fördern und insbesondere schüchterne Teilnehmerinnen in ihrer persönlichen Entwicklung zu stärken“, sagt Christian Tews, Leitung des Wohnbereichs. „Es gibt Selbstvertrauen und fördert soziale Teilhabe.“

Vielfalt im Berufsbildungswerk, die ist mal laut, sportlich und extrovertiert, manchmal aber auch leise, zurückhaltend und nur bei genauerem Hinsehen zu entdecken. Bislang sind es vor allem Bewohnerinnen aus dem Haus C, die sich regelmäßig bei den Future Girls treffen. „Wir würden uns sehr freuen, wenn noch mehr Teilnehmerinnen dazukommen“, lädt Theresa Waasem ein.

Titel

„Mensch ist mehr“

Ausstellung der Fotografin Anna Spindelndreier begeisterte im Berufsbildungswerk. „Kein Mensch lässt sich auf eine einzige Eigenschaft reduzieren.“

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Max lächelt in die Kamera. In seiner Hand hält er locker ein Schild auf dem steht: „Max – Familienmensch und Freund, stolzer Mensch, Sportler, Verwaltungsangestellter“. Die Betrachterinnen und Betrachter sehen einen zufriedenen Mann. Zwei Bilder weiter hält Becks ihr Schild strahlend in die Kamera: „Becks – Christin, Meisterwerk, resiliente Person, offener Mensch, unabhängig-starke Frau“. Was man sieht? Eine kleinwüchsige Frau mit extrem kurzen Beinen. Aber Becks ist mehr. Genau wie Max mehr ist als das, was wir sehen.

In der Ausstellung „Mensch ist mehr“ zeigt die Dortmunder Fotografin Anna Spindelndreier 31 spannende Persönlichkeiten mit ihren Bildern und Geschichten, mit Wünschen an unsere Gesellschaft. Neben den Fotos gibt es QR-Codes, die eine Geschichte über die Menschen erzählen. Mit vielen Facetten und all dem, was auf den ersten Blick nicht sichtbar ist. Und genau das ist das Anliegen der Fotografin: darzustellen, dass kein Mensch sich auf eine einzige Eigenschaft reduzieren lässt. „Alle 31 Menschen sind einzigartig. Ihre Geschichten stehen jedoch auch für viele nicht erzählte Geschichten. Sie stehen für Erfahrungen von Menschen mit sichtbaren und nicht-sichtbaren Behinderungen. Die 31 Menschen sind Teil der Ausstellung, weil sie Barrieren in den Köpfen von Menschen abbauen möchten“, so Spindelndreier.

Zur Ausstellungseröffnung war die 36-Jährige auf Einladung der Berufsbildenden Schule Heinrich-Haus (BBS) zu Gast im BBW Neuwied. In einer eindrucksvollen Rede erklärte sie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Idee hinter ihrem Projekt – pünktlich zum Sommerfest im BBW, das in diesem Jahr unter dem Motto „Vielfalt leben“ stand. In einer Welt, in der viele Menschen Ausgrenzung erleben, war Spindelndreiers Botschaft an die jungen Zuhörenden: Auch ihr seid nicht das, was man auf den ersten Blick sieht. Sie selbst ist kleinwüchsig und berichtete von dem Kommentar eines Arztes noch vor ihrer Geburt, der zu ihrer Mutter sagte: „Ihr Kind wird aussehen wie ein Clown im Zirkus“. Anna Spindelndreier hat es sehr verletzt, als ihre Mutter ihr dies einmal erzählte. „Ich glaube, dass viele Menschen solche Erfahrungen kennen. Denn wir leben in einer Gesellschaft, die Menschen häufig sehr schnell einordnet.“

Aber, so Spindelndreier abschließend: „Mensch ist mehr – das ist nicht nur ein Titel. Es ist eine Haltung. Eine Einladung, genauer hinzusehen. Und die Erinnerung daran, dass jeder Mensch mehr ist als das, was wir auf den ersten Blick erkennen können. Das gilt für die Menschen auf diesen Bildern. Das gilt für mich. Das gilt für euch. Und das gilt für uns alle.“

Die Ausstellung "Mensch ist Mehr" ist im Rahmen eines Projektes der LAG Selbsthilfe RLP entstanden. Sie ist die (politische) Interessenvertretung von 58 Selbsthilfeverbänden im Land Rheinland-Pfalz. Sie versteht sich als Selbstvertretungsorganisation der Menschen mit Behinderungen im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) und setzt sich für die Gleichstellung, Selbstbestimmung und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ein. Finanziert wurde die Kampagne von der Aktion Mensch. Die Idee zur Fotokampagne entwickelten Johannes Schweizer und Judith Kunz, als sie sich in den Büros der LAG Selbsthilfe RLP über sichtbare und nicht-sichtbare Behinderungen unterhielten. Sie stellten fest, wie unterschiedlich die Reaktionen der Mitmenschen sein können. Infos gibt es unter: https://www.mensch-ist-mehr.de

Im Vordergrund hängen drei große Fotos von Menschen vor farbigen Hintergründen, mit Schildern, auf denen steht, wer sie alles sind. Im Hintergrund findet ein Gruppengespräch statt

„Hier ist jeder willkommen, der tolerant und offen ist“

Seit einigen Jahren gibt es das „Safe Place Café“ im BBW. Ein geschützter Raum, in dem junge Menschen respektiert werden und sich austauschen können.

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Wenn Theresa Waasem über sich selbst spricht, hört sich erst einmal alles ganz einfach an. „Ich arbeite als Jugend- und Heimerzieherin im Wohnen am Heimbach C, habe meine Ausbildung in Heidelberg absolviert, wohne jetzt wieder in meiner Heimatstadt Koblenz und bin mit meiner Partnerin seit mehreren Jahren verbunden.“ Doch wie selbstverständlich zu sagen, dass sie mit einer Frau zusammenlebt, war nicht immer leicht für Theresa Waasem. „Früher habe ich mich nicht getraut, das offen auszusprechen. Heute möchte ich die Person sein, die mir selbst damals gefehlt hat“, sagt die 32-Jährige.

Gemeinsam mit einigen Kolleginnen im BBW Neuwied hat Theresa Waasem Mitte des Jahres 2022 das „Safe Place Café“ gegründet. Ein Treffpunkt, in dem sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer im BBW vernetzen, Gespräche zu queeren Themen führen, oder einfach nur zusammen basteln, fernsehen oder Musik hören können. Hier ist jeder willkommen, der tolerant und offen ist – unabhängig von Identität, Behinderung oder sexueller Orientierung. „Bei unseren Treffen steht die sexuelle Orientierung gar nicht im Mittelpunkt. Sie ist Teil von uns, aber nicht das entscheidende. Wir möchten einfach einen geschützten Raum bieten, in dem junge Menschen über alles sprechen können, was sie bewegt. In dem sie sich sicher und akzeptiert fühlen.“ Gemeinsam mit Adina Schnatz, ebenfalls aus dem Haus C, lädt Theresa Waasem etwa alle sechs Wochen zu einem Treffen im Lernzentrum gegenüber der Fahrschule ein. Ziele sind es, Teilnehmenden die Möglichkeit zu geben, sich mit ihren Themen angenommen und gehört zu fühlen, soziale Unterstützung und Gemeinschaft zu erleben und sich mit anderen Jugendlichen zu vernetzen. Das stärkt nicht nur Selbstwert und Selbstwirksamkeit, sondern trägt auch generell zu einem respektvollen und toleranten Umgang im BBW bei. Das Angebot ist dabei bewusst freiwillig und niedrigschwellig gestaltet. Die Jugendlichen entscheiden selbst, ob sie aktiv an Gesprächen teilnehmen oder zunächst lediglich zuhören möchten.

Ob das Angebot „etwas bringt“? Da sind sich die Organisatorinnen sicher: „Viele fragen bereits während eines Treffens nach dem nächsten Termin. Wenn wir schon ein Datum nennen können, wird dieses oft direkt im Handy gespeichert. Außerdem bringen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer regelmäßig eigene Ideen und Wünsche für zukünftige Angebote ein“, so Theresa Waasem. „Besonders zurückhaltende oder schüchterne Teilnehmende profitieren häufig von dem geschützten Rahmen und finden über das Angebot leichter sozialen Anschluss innerhalb der Wohnformen und des Ausbildungsalltags“, ergänzt Adina Schnatz.
Wer mehr über das Safe Place Café wissen möchte, kann sich jederzeit im Haus C bei Theresa Waasem und Adina Schnatz melden.

Hände mit bunten Perlenarmbändern bilden einen Kreis

Vielfalt von Klein Auf

In der inklusiven Ferienbetreuung des Heinrich-Hauses spielen Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen von 6 bis 12 Jahren gemeinsam.

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Die Plätze sind immer schnell vergeben – und für viele Kinder ist es ein Highlight im Ferienkalender: Die inklusive Ferienbetreuung des Heinrich-Hauses sorgt an vier Wochen im Jahr für Entlastung bei den Eltern und Freude bei den Kindern. Und das schon seit vielen Jahren.

Im Berufsbildungswerk (BBW Neuwied) kommen in den Oster-, Sommer- und Herbstferien regelmäßig alle zusammen – auf dem Basketballplatz, dem Beach-Volleyballfeld und der großen Wiese hinter dem BBW oder auch auf der Kegelbahn und im Freizeitforum ist dann von morgens bis nachmittags viel los. Wer es lieber ruhiger mag, kann drinnen basteln, malen oder einfach Gesellschaftsspiele ausprobieren. „Alle spielen zusammen – egal ob Mitarbeiterkind oder Bewohner:in in unseren Wohnbereichen. Die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen stehen dabei immer im Vordergrund. Wir möchten allen eine schöne Zeit ermöglichen“, sagt Eva Aymans vom Bereich Kultur & Freizeit.

Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen legt sie Wert darauf, dass die Kinder sich wohl und sicher fühlen: „Unser gleiches Umfeld mit gleichen Bezugspersonen führt zu sicherer Bindung in der Ferienzeit.“ So wachsen die Kinder, die sich sonst im Alltag nicht begegnen, zu einer Gruppe zusammen. Eine schöne Erfahrung vor allem auch für die Kinder von Mitarbeitenden – und gleichzeitig eine Entlastung für die Eltern, die in der Ferienzeit arbeiten gehen. „Die Eltern haben großes Vertrauen in unsere Kinderferien-Betreuung, das sehen wir an der hohen Nachfrage und den Rückmeldungen, die wir bekommen“, berichtet Eva Aymans.

Besonderes Highlight jeden Tag: Das gemeinsame Essen! Die Kinder freuen sich, im BBW bestens versorgt zu werden, denn gemeinsam spielen macht hungrig.

Internationale Küche spiegelt Vielfalt der Mitarbeitenden

In der Aktionswoche wird es bunt: Unsere Küche serviert Speisen der am häufigsten vertretenen Nationalitäten in unserem Unternehmen.

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Knapp 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten derzeit im Heinrich-Haus – mit 37 verschiedenen Nationalitäten. Diese Zahlen hat unser Küchen-Team zum Anlass genommen, um sich für die Woche der Vielfalt (14. bis 18.09) etwas ganz Besonderes auszudenken: Ab heute steht sowohl im Heinrich’s, als auch im BBW und allen von uns belieferten Außenstellen jeder Tag unter einem anderen Motto.

Es wird Gerichte aus Polen, der Türkei, Syrien, Italien und der Ukraine geben. Denn dies sind die fünf Nationen, die neben Deutschland am häufigsten unter unseren Kolleginnen und Kollegen zu finden sind. Um diese Vielfalt zu feiern, geht die internationale Freundschaft ab heute sozusagen durch den Magen.

„Mit dem jeweiligen Nationalgericht wollen wir nicht nur den internationalen Kolleginnen und Kollegen eine Freude bereiten, sondern auch unseren deutschen Gästen etwas Neues und Besonderes bieten. Vielfalt in der Küche ist eine Bereicherung, weil unterschiedliche Geschmäcker, Traditionen und Kulturen Menschen verbinden und unseren Alltag bunter, offener und genussvoller machen“, so Christian Albert, Leiter der Versorgungsbetriebe im Heinrich-Haus.

Konkret sieht der Speisenplan so aus:

Montag, 14. September:
Türkisches National-Gericht: Köfte (würzige Rindfleischbällchen), dazu Reis, Kräuterquark und Fladenbrot

Dienstag, 15. September:
Polnisches National-Gericht: Bigos (Sauerkrauteintopf mit Schweinefleisch), dazu Brötchen

Mittwoch, 16. September:
Syrisches National-Gericht: Mujaddara (Reis, Linsen und karamellisierten Zwiebeln), dazu Natur Joghurt

Donnerstag, 17. September:
Ukrainisches National-Gericht: Borschtsch (Rote Bete, Gemüse, Rindfleischeintopf), dazu Brötchen

Freitag, 18. September:
Italienisches National-Gericht: Lasagne vom Rind, dazu Blattsalat

Wir wünschen allen einen guten Appetit!

Küche mit vielen frischen und bunten Zutaten sowie Händen von drei Personen, die etwas zubereiten

Artenvielfalt im Fokus

Ökologische Nachhaltigkeit bei Culterra und Saatbomben im Förderzentrum am Hohen Rhein: für Mensch und Natur.

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Mit Regenwassernutzung, torffreier Erde, Insektenwiesen und nachhaltiger Floristik zeigt Culterra, wie vielfältige Lebensräume geschaffen und aktiv geschützt werden können. Auch das Förderzentrum am Hohen Rhein erstellte mit den Leistungsnehmenden Saatbomben als Beitrag zu einer ökologischen Nachhaltigkeit. Vielfalt wird hier nicht nur gelebt, sondern erlebbar gemacht – für Menschen und für die Natur.

Lebensräume schaffen mit Regenwasser und torffreier Erde
Bereits heute setzen die Mitarbeitenden bei Culterra – sowohl in der Floristik, im Zierpflanzenbau als auch im Garten- und Landschaftsbau – auf nachhaltige Maßnahmen, die gleichzeitig der Artenvielfalt zugutekommen. Die Pflanzen in den Gewächshäusern werden überwiegend mit Regenwasser gegossen, Trinkwasser kommt nur bei langer Trockenheit zum Einsatz. Während einige Häuser unterkellert sind, wurden für andere große oberirdische Tanks installiert – so wird Wasser effizient genutzt und natürliche Ressourcen geschont.
Der Einsatz von torffreier Erde schont Moore und reduziert CO₂-Emissionen. Gleichzeitig unterstützt die neue Anbaumethode die Gesundheit des Bodens und fördert ein breites Spektrum an Pflanzenarten. Johannes Blum erklärt: „Wir haben viel ausprobiert und eine Methode gefunden, die den Pflanzen und der Umwelt zugutekommt.“

Insektenwiesen als lebendige Klassenzimmer
Ein Herzstück des Artenvielfalt-Schwerpunkts sind die Insektenwiesen. Statt konventionellem Rasen entstehen naturnahe Blumenflächen, die Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und vielen anderen Insekten Nahrung und Lebensraum bieten. Die Wiesen werden zudem als Lernorte für Auszubildende genutzt – hier wird Artenvielfalt direkt erfahrbar. Alte Obstsorten wie der Mautapfel tragen zusätzlich zur ökologischen Vielfalt bei.

Nachhaltige Floristik für mehr Biodiversität
Auch in der Floristik wird Vielfalt gelebt: Grüner Steckschaum wird zunehmend durch natürliche, recycelte Materialien ersetzt, darunter Kokosfaser, ausgehöhlte Melonen oder Weinkorken. So entstehen Gestecke, die Pflanzen Halt geben und gleichzeitig umweltfreundlich sind. Diese kreative Herangehensweise verbindet Ästhetik mit ökologischer Verantwortung.

Vielfalt im Lernen und Arbeiten
Nachhaltigkeit und Artenvielfalt sind fest in der Ausbildung verankert. Auszubildende lernen, wie sich wirtschaftliches Denken mit ökologischer Verantwortung verbinden lässt. Stephanie Lammert betont: „Wir probieren Neues aus. Biodiversität wird künftig ein wichtiger Bestandteil unserer Prüfungen sein.“

Von Hand hergestellte Saatbomben
Die Leistungsnehmenden aus dem Förderzentrum am Hohen Rhein leisteten mit rund 200 handgefertigten Saatbomben einen wichtigen Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit. Hierfür wurden Blumenerde, Saatgut und Tonerde vermischt und mit etwas Wasser verknetet. Anschließend wurde die Masse zu walnussgroßen Kugeln geformt und für ca. 48 Stunden an der Luft getrocknet. Auch die Verpackung in biologisch-abbaubare Tütchen übernahmen die Leistungsnehmenden. Das Saatgut beinhaltet eine Mischung aus Wildblumen, Kräutern und Gräsern, an der sich – sobald die Pflanzen aus dem Boden gewachsen sind – die heimischen Insekten erfreuen dürfen.

Foto einer verpackten Saatbombe mit Pflanzanleitung und

Vielfalt leben - jetzt mitmachen!

Vielfalt zeigt sich jeden Tag: in unseren Teams, Leistungen und Begegnungen, unterschiedlichen Menschen, Perspektiven, Lebenswegen und Erfahrungen.

Mit dem JG-Jahresthema "Vielfalt leben" 2026 möchten wir diese Vielfalt sichtbar machen - und Sie können sich beteiligen. Als Mitarbeitende, Leistungsnehmende, Patient:innen oder Angehörige. Auf unserer Aktionsseite sammeln wir Foto- und Videobeiträge aus dem Alltag der Josefs-Gesellschaft.

Wir freuen uns, wenn Sie die Aktion mit einem Beitrag unterstützen!

Zur Aktionsseite "JG-Jahresthema"
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